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Berufspilot CPL (H) CH

Anforderungen (Art. 129-130, RFP)

Für den Erwerb eines Ausweises für Berufs-Hubschrauberpiloten muss der Bewerber folgende Voraussetzungen erfüllen:

Er muss Träger eines Ausweises für Privat-Hubschrauberpiloten mit der Berechtigung für internationale Radiotelefonie (UIT) sein.

Er muss die vorgeschriebene praktische Tätigkeit nachweisen.

Er muss die Fähigkeitsprüfung bestanden haben.

Er muss ein ärztliches Tauglichkeitsattest für Berufspiloten vorlegen.

Er muss einen Auszug aus dem schweizerischen Zentralstrafregister vorlegen.

Der Bewerber muss wenigstens 150 Hubschrauberflugstunden nachweisen. Hat er einen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt genehmigten Lehrgang eingehalten, so ermässigt sich die erforderliche Flugzeit auf 100 Stunden.

In der Flugzeit müssen in jedem Fall enthalten sein:

35 Flugstunden als verantwortlicher Pilot;

10 Stunden Überlandflug als verantwortlicher Pilot, mit einem Flug von wenigstens 270 km (150 NM), während welchem je eine vollständige Zwischenlandung (full-stop landing) auf 2 verschiedenen kontrollierten Flugplätzen durchgeführt werden muss;

wenigstens 10 Stunden Ausbildung im Instrumentenflug, wovon bis zu 5 Stunden durch Übungen auf einem vom Bundesamt für Zivilluftfahrt anerkannten Übungsgerät ersetzt werden können.

Von der Gesamtflugzeit können bis zu maximal 10 Flugstunden durch Übungen auf einem vom Bundesamt für Zivilluftfahrt anerkannten Übungsgerät nach einem genehmigten Programm ersetzt werden.

Der Bewerber muss zudem am Doppelsteuer eines Hubschraubers die vorgeschriebene praktische Ausbildung durch einen hiezu berechtigten Hubschrauberfluglehrer erhalten haben. Dieser ist dafür verantwortlich, dass der Bewerber über die als Berufs-Hubschrauberpilot notwendige operationelle Erfahrung in folgenden Bereichen verfügt:

Flugvorbereitung, insbesondere Beladungs- und Schwerpunktberechnung, Kontrolle und Vorbereitung des Hubschraubers;

Bodenmanöver und Platzrunden, Massnahmen und Verfahren zur Verhinderung von Kollisionen;

Führen des Hubschraubers nach Sichtflugreferenzen;

korrekte Massnahmen während des Vortex-Zustandes zur Wiederherstellung des normalen Flugzustandes, Wiederaufbau der Rotordrehzahl innerhalb der normalen Triebwerkdrehzahl;

Anlassen des Triebwerkes und des Rotors sowie Bodenmanöver; Schwebeflug; normale Starte und Landungen, solche mit Seitenwind und auf abfallendem Gelände; Steilanflüge;

Starte und Landungen mit der minimal notwendigen Leistung; Start- und Landetechnik mit maximaler Leistung; Betrieb in engem Gelände; schnelles Anhalten (Quick stops);

Schwebeflug ohne Bodeneffekt; Flüge mit Aussenlasten, wenn zugelassen; Flüge in grosser Höhe;

fliegerische Grundmanöver und Wiederherstellen der normalen Fluglage ausschliesslich nach Instrumenten;

Überlandflug unter Anwendung der Navigation nach Sichtflugreferenzen, der Koppelnavigation und der Radionavigationshilfen; Ausweichverfahren;

Notverfahren und ungewöhnliche Flugzustände, insbesondere mit simulierter Funktionsstörung der Bordsysteme des Hubschraubers; Anflug und Landung in Autorotation;

An- und Abflüge sowie Überflüge bei kontrollierten Flugplätzen, Einhalten der Verfahren der Flugsicherungsdienste sowie der Radiotelefonieverfahren und Redewendungen.

 

Theoretische Ausbildung (Art. 131, RFP)

Die theoretische Prüfung umfasst folgende Fächer mit einem der Tätigkeit eines Berufs-Hubschrauberpiloten entsprechenden Schwierigkeitsgrad:

Luftrecht;

allgemeine Luftfahrzeugkenntnis;

Flugleistungen und Flugplanung;

menschliches Leistungsvermögen;

Meteorologie;

Navigation;

Betriebsverfahren;

Grundlagen des Fluges;

Radiotelefonie international (UIT).

 

Flugprüfung (Art. 132, RFP)

Die Flugprüfung weist einen der Tätigkeit eines Berufs-Hubschrauberpiloten entsprechenden Schwierigkeitsgrad auf. Der Bewerber muss an Bord eines mindestens vierplätzigen, mit Radionavigationsgeräten versehenen Hubschraubers zeigen, dass er fähig ist:

die Betriebsgrenzen des Hubschraubers einzuhalten;

alle Manöver präzis und mit feiner Steuerführung auszuführen;

sich über das erforderliche Urteilsvermögen und die fliegerischen Fähigkeiten auszuweisen (airmanship);

seine Luftfahrtkenntnisse anzuwenden;

jederzeit den Hubschrauber so zu beherrschen, dass nie ernsthafte Zweifel über das Gelingen eines Verfahrens oder Manövers bestehen.

 

Berechtigung (Art. 133, RFP)

Der Träger eines Ausweises für Berufs-Hubschrauberpiloten ist berechtigt:

die Rechte eines Privat-Hubschrauberpiloten auszuüben;

im gewerbsmässigen Luftverkehr die Funktionen eines verantwortlichen oder zweiten Piloten auszuüben;

gewerbsmässige oder nichtgewerbsmässige Flüge zum Absetzen von Fallschirmspringern durchzuführen, wenn er  eingewiesen worden ist;

gewerbsmässige Sichtflüge bei Nacht auszuführen, wenn er Träger der Erweiterung für Nachtflug ist und

Nachtsichtflüge mit Nachtsichtgeräten auszuführen, sofern er eine vom Bundesamt für Zivilluftfahrt anerkannte Ausbildung absolviert hat; diese Ausbildung ist im Flugbuch zu bestätigen;

gewerbsmässige Landungen im Gebirge auszuführen, wenn er Träger der entsprechenden Erweiterung ist;

Arbeitsflüge auszuführen, die besondere Kenntnisse erfordern, sofern er durch einen mit diesen Arbeiten vertrauten Hubschrauberpiloten nach einem vom Bundesamt für Zivilluftfahrt bewilligten Programm eingeführt worden ist; die Einführung ist im Flugbuch zu bestätigen.

Abflüge bei Boden- oder Hochnebel nach den Weisungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt durchzuführen, wenn er Träger der entsprechenden Erweiterung ist;

Instrumentenflüge nach den Weisungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt durchzuführen, wenn er eine gültige Sonderbewilligung für Instrumentenflug (Hubschrauber) besitzt;

Piloten auf alle Muster, die er selber führen darf, umzuschulen, wenn er:

wenigstens 200 Hubschrauberflugstunden nachweist;

an einem vom Bundesamt für Zivilluftfahrt durchgeführten oder anerkannten Einführungskurs für Umschulungen auf Hubschrauber mit Erfolg teilgenommen hat; die Berechtigung wird in Form eines Anhangs zum Führerausweis ausgestellt;

Die aufgeführten Berechtigungen sind nur gültig, wenn der Träger in den letzten 3 Monaten wenigstens 10 Minuten mit dem betreffenden Hubschraubermuster geflogen ist und dabei wenigstens 3 Starte und 3 Anflüge mit Landungen ausgeführt hat.

 

Erneuerung (Art. 134, RFP)

Für die Erneuerung ist ein neues Arztzeugnis vorzulegen; ferner sind für die letzten 12 Monate wenigstens 24 Hubschrauberflugstunden nachzuweisen.

Von Piloten, deren Ausweis alle 6 Monate erneuert werden muss, werden für die letzten 6 Monate wenigstens 12 Hubschrauberflugstunden oder für die letzten 12 Monate wenigstens 24 Flugstunden verlangt.

 

Bei den obigen Angaben handelt es sich um einen Auszug aus dem Reglement über die Ausweise für Flugpersonal (RFP). Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich keine Verantwortung übernehmen.

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