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Berufspilot CPL OE

Anforderung (Art 73, ZLPV)

Wer sich um einen Berufs-Hubschrauberpilotenschein bewirbt, muss nachweisen, dass er

einen gültigen Privat-Hubschrauberpilotenschein besitzt,

eines der in § 2 Abs. 1 lit. a der Funker-Zeugnisverordnung, BGBl. Nr. 160/1957, bezeichneten Funker-Zeugnisse für den Flugdienst besitzt, und

innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Antragstellung Hubschrauberflüge von insgesamt wenigstens 100 Stunden Dauer ausgeführt hat.

Auf Antrag sind Motorflüge, die der Bewerber innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung ausgeführt hat, bis zum Ausmass von 50 Stunden auf die erforderliche Flugzeit voll anzurechnen.

In der erforderlichen Flugzeit müssen enthalten sein:

Hubschrauberflüge als verantwortlicher Pilot von insgesamt mindestens 35 Stunden Dauer, davon wenigstens zehn Stunden während der letzten sechs Monate vor der Antragstellung, sowie

Überlandflüge mit Hubschraubern als verantwortlicher Pilot von insgesamt mindestens zehn Stunden Dauer.

 

Theoretische Prüfung (Art 74, ZLPV)

Gegenstände der theoretischen Prüfung für Berufs-Hubschrauberpiloten sind insbesondere:

Hubschrauberkunde im Sinne der theoretischen Prüfung für Privatpiloten unter besonderer Berücksichtigung jener Typen, auf die sich die Grundberechtigung erstrecken soll,

Luftnavigation (insbesondere Instrumentenkunde, Kartenkunde, Berechnung von Kompasskursen, Bestimmung von Flugwegen mit Flugzeitberechnung, Erstellung von Flugplänen, Windberechnung während des Fluges, Korrektur der Abtrift) einschliesslich Funknavigation (Kenntnis der gebräuchlichen Navigationsverfahren mit Hilfe der Bordfunkgeräte),

Flugwetterkunde (insbesondere Grundbegriffe der Meteorologie, Elemente des Flugwetters, Luftdruckverteilung, Luftströmungen, Windarten, Wetterfronten, Wolkenformen, Wetterlagen und ihre Auswirkungen auf die Luftfahrt, Gefahren der Vereisung, Lesen von Wetterkarten, meteorologische Luftnavigation, Kenntnis des Wetterschlüssels),

Luftfahrtrecht in dem Umfang, wie es für Berufs-Hubschrauberpiloten von Bedeutung ist (insbesondere die Luftverkehrsvorschriften und die Rechtsvorschriften für die Flugsicherung und für das Überfliegen fremden Staatsgebietes, Luftfahrthaftpflicht- und Luftfahrtversicherungsrecht).

 

Praktische Prüfung (Art 75, ZLPV)

Die praktische Prüfung für Berufs-Hubschrauberpiloten ist auf einem Hubschrauber jener Type abzulegen, auf die sich die Grundberechtigung erstrecken soll, wobei die folgenden Prüfungsaufgaben durchzuführen sind.

Bei der Ziellandung im Gleitflug ist über Aufforderung der Motor in einer Höhe von mindestens 300 m über Platz voll abzudrosseln und im Gleitflug eine Ziellandung in Richtung auf einen vorher bestimmten Punkt auszuführen. In einer Höhe von nicht mehr als 30 m über Platz kann zur Dämpfung des Landestosses Gas gegeben und die Landung normal abgebremst werden. Der Motor darf dabei jedoch nicht zur Änderung der Flugbahn benützt werden. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn bei höchstens drei Versuchen zwei Landungen in einem Abstand von nicht mehr als 50 m von dem festgelegten Punkt erfolgen.

Bei dem einen Genauigkeitsflug ist in einer Höhe von drei bis fünf Metern über Platz ein Quadrat von 50 m Seitenlänge mit gleichbleibender Hubschrauberachsenrichtung abzufliegen und mit Motorhilfe in einem Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen. Der Bezugspunkt für die Messung am Hubschrauber ist von der Prüfungskommission zu bestimmen.

Bei dem anderen Genauigkeitsflug ist in einer Höhe von drei bis fünf Metern über Platz ein Quadrat von 50 m Seitenlänge abzufliegen, wobei in den Eckpunkten die Hubschrauberachse am Ort in die Flugrichtung gedreht werden muss. Sodann ist mit Motorhilfe in einem Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen. Der Bezugspunkt für die Messung am Hubschrauber ist von der Prüfungskommission zu bestimmen.

Beim Schwebeflug ist aus einem Kreis von zwei Meter Durchmesser senkrecht bis auf eine Höhe von drei bis fünf Meter über Platz zu steigen. In dieser Höhe ist der Hubschrauber mindestens eine Minute lang ruhig am Ort zu halten, anschliessend ist er absinken zu lassen und in demselben Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen.

Der Bewerber hat ausserdem bei einem Prüfungsflug mit der Flugsicherungsstelle Funkverbindung aufzunehmen und wenigstens 15 Minuten lang aufrechtzuerhalten.

 

Berechtigung (Art 72, ZLPV)

Der Berufs-Hubschrauberpilotenschein berechtigt, unentgeltlich oder entgeltlich, nichtgewerbsmässig oder gewerbsmässig im Fluge zu führen (Grundberechtigung für Berufs-Hubschrauberpiloten):

Hubschrauber jener Typen, für die der Bewerber die praktische Prüfung für Berufs-Hubschrauberpiloten gemäss abgelegt hat,

Hubschrauber jener Typen, die der Bewerber als Privat-Hubschrauberpilot auf Grund einer Berechtigung im Fluge zu führen berechtigt ist.

Der Berufs-Hubschrauberpilot besitzt ausserdem die beschränkte Sprechfunkberechtigung.

 

Erneuerung (Art 77, ZLPV)

Für die Verlängerung der Grundberechtigung für Berufs-Hubschrauberpiloten hat der Bewerber nachzuweisen, dass er während der letzten zwölf Monate vor der Antragstellung Hubschrauberflüge von insgesamt wenigstens 25 Stunden Dauer, und zwar mit Hubschraubern jeder Type, auf die sich die Grundberechtigung erstreckt, Flüge von insgesamt wenigstens fünf Stunden Dauer ausgeführt hat. Davon müssen jedoch Flüge von insgesamt wenigstens zehn Stunden Dauer in den letzten sechs Monaten ausgeführt worden sein.

 

Bei den obigen Angaben handelt es sich um einen Auszug aus der Zivilluftfahrt-Personalverordnung (ZLPV). Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich keine Verantwortung übernehmen.

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