Sie sind hier: 

 

Privatpilot PPL OE

Anforderung (Art 66, ZLPV)

Wer sich um einen Privat-Hubschrauberpilotenschein bewirbt, muss nachweisen, dass er innerhalb der letzten zwölf Monate vor der Antragstellung Hubschrauberflüge von insgesamt wenigstens 40 Stunden Dauer, hievon wenigstens 15 Stunden als Alleinflüge, ausgeführt hat. Der erforderliche Alleinflug über Land ist auf diese Flugzeit anzurechnen.

In der erforderlichen Flugzeit müssen enthalten sein:

eine Flugstunde mit voller Zuladung und einem Hubschrauberfluglehrer am Doppelsteuer, wobei eine Höhe von mindestens 2000 m oder, wenn die Betriebsvorschriften für den betreffenden Hubschrauber eine solche Höhe nicht zulassen, die für diesen Hubschrauber höchstzulässige Höhe erreicht werden muss,

15 Landungen auf fünf verschiedenen Plätzen.

Der Bewerber um einen Privat-Hubschrauberpilotenschein hat ausser den angeführten Voraussetzungen nachzuweisen, dass er nach Ablegung der theoretischen und der praktischen Prüfung für Privat-Hubschrauberpiloten einen Alleinflug über Land in der Dauer von wenigstens drei Stunden mit einer Landung auf einem wenigstens 30 km entfernten Platz durchgeführt hat.

Bei diesem Flug muss sich der Bewerber allein an Bord des Hubschraubers befinden, ohne Anleitung fliegen und die gesamte Navigation einschliesslich der Flugvorbereitung ohne Anleitung ausführen.

 

Theoretische Prüfung (Art 67, ZLPV)

Gegenstände der theoretischen Prüfung für Hubschrauberpiloten sind insbesondere:

Hubschrauberkunde unter besonderer Berücksichtigung jener Hubschraubertype, auf die sich die Berechtigung erstrecken soll, insbesondere die Bauarten von Hubschraubern, Ausrüstung, Notausrüstung und technische Einrichtungen, Bedienung und Funktionsweise der Hubschrauber, insbesondere des Motors, der Tragschraube und der Heckschraube, Wartung des Motors, Erkennen von Störungen sowie Massnahmen zu deren Beseitigung, Beurteilung der Flugklarheit der Hubschrauber, die Betriebssicherheitsgrenzen, Flugeigenschaften und Flugleistungen, Beladung und Gewichtsverteilung sowie deren Einfluss auf die Flugeigenschaften und die Leistung),

Verhaltensmassregeln während des Fluges im allgemeinen und unter besonderen Umständen, insbesondere bei Notlandungen,

Luftnavigation für Sichtflug (insbesondere Kartenkunde, Kompasskunde, Grundsätze der Koppelnavigation unter besonderer Berücksichtigung des Winddreieckes, Vorbereitung eines Überlandfluges),

Aerostatik und Aerodynamik,

Grundbegriffe der Flugwetterkunde (einschliesslich der Kenntnis der Eigenschaften der Atmosphäre, Auswertung der Beratung durch den Flugwetterdienst für Überlandflüge, Kenntnis des Wetterschlüssels),

Organisation und Aufgaben der Flugsicherung,

Geographie Österreichs und seiner Nachbarstaaten,

Luftfahrtrecht in dem Umfang, wie es für Privat-Hubschrauberpiloten von Bedeutung ist (insbesondere die Luftverkehrsvorschriften und die Rechtsvorschriften über das Überfliegen fremden Staatsgebietes, Luftfahrthaftpflicht- und Luftfahrtversicherungsrecht),

erste Hilfe bei Unfällen.

 

Praktische Prüfung (Art 68, ZLPV)

Bei der praktischen Prüfung für Privat-Hubschrauberpiloten hat der Bewerber eine Ziellandung im Gleitflug, zwei Genauigkeitsflüge, einen Geschicklichkeitsflug und einen Schwebeflug auszuführen.

Die Prüfungsaufgaben sind auf einem Hubschrauber jener Typen auszuführen, auf die sich die Grundberechtigung erstrecken soll.

Bei der Ziellandung im Gleitflug ist über Aufforderung der Motor in einer Höhe von mindestens 300 m über Platz voll abzudrosseln und im Gleitflug eine Ziellandung in Richtung auf einen vorher bestimmten Punkt auszuführen. In einer Höhe von nicht mehr als 30 m über Platz kann zur Dämpfung des Landestosses Gas gegeben und die Landung normal abgebremst werden. Der Motor darf dabei jedoch nicht zur Änderung der Flugbahn benützt werden. Die Aufgabe ist erfüllt, wenn bei höchstens drei Versuchen zwei Landungen in einem Abstand von nicht mehr als 50 m von dem festgelegten Punkt erfolgen.

Bei dem einen Genauigkeitsflug ist in einer Höhe von drei bis fünf Metern über Platz ein Quadrat von 50 m Seitenlänge mit gleichbleibender Hubschrauberachsenrichtung abzufliegen und mit Motorhilfe in einem Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen. Der Bezugspunkt für die Messung am Hubschrauber ist von der Prüfungskommission zu bestimmen.

Bei dem anderen Genauigkeitsflug ist in einer Höhe von drei bis fünf Metern über Platz ein Quadrat von 50 m Seitenlänge abzufliegen, wobei in den Eckpunkten die Hubschrauberachse am Ort in die Flugrichtung gedreht werden muss. Sodann ist mit Motorhilfe in einem Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen. Der Bezugspunkt für die Messung am Hubschrauber ist von der Prüfungskommission zu bestimmen.

Beim Geschicklichkeitsflug sind in einer Höhe von mindestens 150 m und höchstens 250 m über Platz zwei liegende Achterfiguren um zwei am Flugplatz markierte, 300 m voneinander entfernte Punkte zu fliegen, wobei von der gewählten Ausgangshöhe nicht mehr als je 25 m nach oben oder unten abgewichen werden darf. Anschliessend ist mit Motorhilfe in einem Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen.

Beim Schwebeflug ist aus einem Kreis von zwei Meter Durchmesser senkrecht bis auf eine Höhe von drei bis fünf Meter über Platz zu steigen. In dieser Höhe ist der Hubschrauber mindestens eine Minute lang ruhig am Ort zu halten, anschliessend ist er absinken zu lassen und in demselben Kreis von zwei Meter Durchmesser zu landen.

 

Berechtigung (Art 65, ZLPV)

Der Privat-Hubschrauberpilotenschein berechtigt, unentgeltlich und nichtgewerbsmässig Hubschrauber jener Typen im Fluge zu führen, für welche die praktische Prüfung für Privat-Hubschrauberpiloten abgelegt worden ist (Grundberechtigung für Privat-Hubschrauberpiloten).

 

Erneuerung (Art 71, ZLPV)

Für die Verlängerung der Grundberechtigung für Privat-Hubschrauberpiloten hat der Bewerber nachzuweisen, dass er innerhalb der letzten 24 Monate vor der Antragstellung Hubschrauberflüge von insgesamt wenigstens 25 Stunden Dauer mit Hubschraubern jener Type ausgeführt hat, auf die sich die Grundberechtigung erstreckt. Davon müssen Flüge von insgesamt wenigstens zehn Stunden Dauer in den letzten zwölf Monaten vor der Antragstellung ausgeführt worden sein.

 

Bei den obigen Angaben handelt es sich um einen Auszug aus der Zivilluftfahrt-Personalverordnung (ZLPV). Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich keine Verantwortung übernehmen.

nach oben

 

Sollte kein Menu sichtbar sein, bitte hier klicken:
HOME